Misophonie Arzt – gibt es einen oder wie behandelt man?

//Misophonie Arzt – gibt es einen oder wie behandelt man?

Misophonie Arzt – gibt es einen oder wie behandelt man?

Die Misophonie – wenn alltägliche Geräusche Hass und Wut auslösen

Die Misophonie stellt eine niedrige Toleranz gegenüber alltäglichen Geräuschen dar. Es ist vor allem die Wiederholung der Geräusche, die die Betroffenen leiden lässt. Mögliche Geräusche, die Wut, Ekel und sogar Hass auslösen können, sind u.a. Niesgeräusche, Kaugeräusche und das Klacken eines Kugelschreibers. Die Symptome der Misophonie entstehen zum Teil in der späten Kindheit, können aber prinzipiell in jedem Altersabschnitt auftreten. Eine Misophonie beginnt i.d.R. mit einem einzigen Trigger-Geräusch. Im weiteren Verlauf kommen andere Geräusche hinzu, die bei den Betroffenen heftige Reaktionen auslösen können.

Betroffene nehmen häufig nicht am sozialen Leben teil

Betroffene versuchen häufig, Situationen mit den auslösenden Geräuschen zu meiden. Es kann sogar bis zu einer Meidung der Öffentlichkeit kommen. Somit fällt es den Patienten oft schwer, Beziehungen aufzubauen bzw. am sozialen Leben teilzunehmen. Andere versuchen die Trigger-Geräusche mit Hilfe von Musik zu übertünchen.

Menschen, die an der Misophonie leiden, fühlen sich häufig missverstanden. Der Grund liegt darin, dass ihnen oft unterstellt wird, überempfindlich zu sein. Aus diesem Grund kann es hilfreich sein, einen Arzt aufzusuchen. Stellt dieser die Diagnose einer Misophonie, weiß der Patient immerhin sicher, dass er sich die Symptome nicht einbildet. 

Die passende Behandlungsmethode muss jeder selbst finden

Es gibt nicht DIE Behandlungsmethode bei einer Misophonie. Der Hausarzt kann dem Patienten jedoch verschiedene Therapiestrategien vorschlagen. Welche dieser Therapien die individuell passende ist, kann der Patient nur selbst herausfinden. Es kann z.B. sehr hilfreich sein, mit einem Psychologen über die Misophonie zu reden.

Eine Möglichkeit der Behandlung

In Deutschland wird eine Technik angeboten, im Rahmen derer die Patienten mit einem sogenannten rosa Rauschen behandelt werden. Die Patienten bekommen ein Gerät hinter das Ohr gesetzt, aus dem ein warmer Brummton, der von Menschen als angenehm empfunden wird, strömt. Dieser Ton beruhigt das vegetative Nervensystem. Somit gehen die Reaktion auslösenden Geräusche in einem akustischen „Kuschelteppich“ unter. Im Verlauf der Zeit können die Patienten das Rauschen immer leiser drehen. Die Folge: Die ursprünglichen Hassgeräusche werden zu normalen Geräuschen, die nach und nach ausgeblendet werden können.

Hypnose als Alternative

Auch gezielte Hypnosetechniken können wirksam gegen eine Misophonie sein. Der Grund ist, dass Hassgefühle auf bestimmte Geräusche im Gehirn entstehen und über das Unterbewusstsein aktiviert werden. Im Rahmen der Hypnose geht der Hypnotiseur sehr behutsam vor. Er geht stabilisierend an die Problematik heran und versucht die Psyche des Betroffenen zu stärken. Nachdem der Patient in eine Art Trancezustand versetzt wurde, werden vorhandene Konditionierungen „gebrochen“ und neu geordnet bzw. verankert.

Es wird also sozusagen eine Gegenkonditionierung betrieben: Die ursprüngliche Konditionierung wird mit neuen, positiven Reaktionen auf den jeweiligen Reiz ausgestattet. Hierdurch verliert das furchtauslösende Geräusch seine Bedeutung in Bezug auf die selektive Geräuschintoleranz. Mögliche Techniken für diese Konditionierung sind die Aversionstherapie und die systematische Desensibilisierung. Das Ziel der Gegenkonditionierung ist es, unerwünschte Verhaltensmuster zu ändern. So lassen sich z.B. Aggressivität und Wut durch Suggestion umwandeln. Eine solche Hypnose verläuft ganz ohne den Einsatz von Medikamenten. Somit stellt sie eine echte Alternative für die Behandlung einer Misophonie dar.

By |2017-06-14T15:02:07+00:00November 2nd, 2016|Rategeber|0 Comments